Kindertagespflege

Geborgen wachsen, spielen und die Welt entdecken.

Meine Kindertagespflege bietet Kindern unter drei Jahren einen geschützten, familiären Rahmen. Kleine Gruppen, verlässliche Beziehungen und ein liebevoller Alltag stehen dabei im Mittelpunkt.

Vorwort

Vorwort zur Kindertagespflege

Kindertagespflege ist ein wichtiger und flexibler Bestandteil der Kinderbetreuung.

Sie unterstützt Eltern bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und bietet besonders Kindern unter drei Jahren einen geschützten, familiären Rahmen.

Durch kleine Gruppen können Kinder individuell begleitet und gefördert werden. Die Kindertagespflege ist der Betreuung in Krippe und Kindergarten gleichgestellt und gewinnt durch den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem ersten Lebensjahr zunehmend an Bedeutung.

Kindertagespflegepersonen sind qualifiziert, verfügen über eine Pflegeerlaubnis, arbeiten mit dem Jugendamt zusammen und orientieren sich am Bildungsplan des jeweiligen Bundeslandes.

Rahmenbedingungen

Eine kleine Gruppe mit viel Nähe

In meiner Kindertagespflege betreue ich bis zu fünf Kinder im Alter von 0 bis 3 Jahren. Die kleine Gruppe ermöglicht mir, jedes Kind individuell wahrzunehmen, auf seine Bedürfnisse einzugehen und eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen.

Atmosphäre

Warm, liebevoll und sicher

Eine warme, liebevolle und sichere Atmosphäre ist mir besonders wichtig. Kinder sollen sich angenommen fühlen und den Alltag in ihrem eigenen Tempo erleben dürfen.

Betreuungsangebot und Zeiten

Betreuungsplätze und reguläre Zeiten

Ich biete Betreuungsplätze mit 25, 35 oder 45 Wochenstunden an.

Reguläre Betreuungszeiten:
Montag bis Freitag von 7:00 bis 16:00 Uhr

Individuelle Absprachen sind möglich. Der Tagesablauf kann je nach Situation und Bedürfnissen der Kinder variieren. Betreuungsfreie Zeiten, zum Beispiel durch Urlaub oder Fortbildungen, kündige ich frühzeitig an.

Tagesablauf

Ein verlässlicher Rhythmus gibt Orientierung

Der Tagesablauf bietet den Kindern Sicherheit und Struktur. Gleichzeitig bleibt Raum für individuelle Bedürfnisse, spontane Ideen und besondere Situationen.

Zeit Inhalt
7:00 – 9:00 Uhr Ankommen, Begrüßung, freies Spiel, Frühstück, Körperpflege
9:00 – 11:00 Uhr Bewegung, Malen, Basteln, freies Spiel, Singen, Tanzen, Ausflüge
11:00 – 11:15 Uhr Aufräumen und Körperpflege
11:15 – 11:45 Uhr Tisch decken, gemeinsames Mittagessen, Körperpflege
11:45 – 13:15 Uhr Mittagsschlaf
13:15 – 13:30 Uhr Kleiner Snack
13:30 – 14:00 Uhr Erste Abholphase mit Tür-und-Angel-Gesprächen
14:00 – 16:00 Uhr Freies Spiel, Basteln, Vorlesen, Abholphase
Gesundheit

Gesundheit der Kinder und der Gruppe

Die Gesundheit Ihres Kindes und der gesamten Gruppe liegt mir sehr am Herzen. Bitte bringen Sie Ihr Kind nur dann in die Tagespflege, wenn es sich gesund, fit und belastbar fühlt.

Kranke Kinder brauchen Ruhe, Nähe und besondere Zuwendung. Gleichzeitig müssen die anderen Kinder und auch ich geschützt werden. Bitte lassen Sie Ihr Kind zu Hause bei:

  • Fieber ab 38 °C
  • Durchfall und/oder Erbrechen
  • Bindehautentzündung
  • eitrigen Erkrankungen der Haut oder Augen
  • unklarem Hautausschlag
  • allgemeiner Schwäche oder starkem Unwohlsein

Ihr Kind kann die Tagespflege wieder besuchen, wenn es 48 Stunden ohne Medikamente symptomfrei ist.

Zu Beginn der Betreuung bitte ich um Vorlage des Impfausweises. Der Masernschutz ist gesetzlich vorgeschrieben. Ohne entsprechenden Nachweis darf ein Kind die Betreuungseinrichtung nicht besuchen.

Kinderschutz

Schutzauftrag gemäß § 8a SGB VIII

Als Tagesmutter habe ich gemäß § 8a SGB VIII einen Schutzauftrag. Das bedeutet, dass ich gewichtige Anzeichen für eine mögliche Kindeswohlgefährdung wahrnehme, das Risiko unter Hinzuziehung einer Fachkraft einschätze und gemeinsam mit den Eltern nach Möglichkeiten suche, eine Gefährdung abzuwenden oder Hilfsangebote aufzuzeigen.

Bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung stehe ich in engem Kontakt mit der zuständigen Fachberatung. Ein Schutzkonzept für die Kindertagespflege wird derzeit durch das Jugendamt erarbeitet.

Stand: 05/2024 bzw. 06/2024

Kinderrechte und Partizipation

Kinder dürfen mitgestalten

Kinder haben in meiner Kindertagespflege das Recht, ihre Spielideen, Interessen und Bedürfnisse einzubringen. Sie dürfen Spiele und Materialien wählen, die zu ihrer aktuellen Entwicklung passen. So gestalten sie ihre Lernprozesse aktiv mit.

Ebenso haben Kinder das Recht auf Ruhe, Schlaf, Rückzug, freies Spiel und auch darauf, einmal nichts zu tun. Ich achte darauf, dass jedes Kind sich in seinem eigenen Tempo entwickeln darf und seine Bedürfnisse respektiert werden.

So entsteht eine Umgebung, in der Kinder sich sicher, angenommen und geborgen fühlen.

Zusammenarbeit mit Eltern

Vertrauensvolle Zusammenarbeit

Meine Kindertagespflege soll ein herzlicher Ort für Kinder und Eltern sein. Alle Familienformen und Religionen sind willkommen. Grundlage meiner Arbeit ist eine offene, respektvolle und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Bereits beim ersten Kennenlernen nehme ich mir Zeit für Fragen, Wünsche und eine Besichtigung. Ich erkläre den Alltag in der Tagespflege und bespreche gemeinsam mit den Eltern, was für ihr Kind wichtig ist.

Der tägliche Austausch findet vor allem in Tür-und-Angel-Gesprächen statt. Dabei sprechen wir zum Beispiel darüber, wie der Tag war, ob das Kind gegessen und geschlafen hat oder ob es Besonderheiten gab.

Für persönliche oder schwierige Themen vereinbare ich Gespräche außerhalb der Betreuungszeit, damit genügend Ruhe und Aufmerksamkeit vorhanden sind. Eltern sehe ich als Experten für ihr Kind. Ein guter Informationsaustausch ist daher wesentlich für eine gelingende Betreuung.

Im Mittelpunkt steht immer das Wohl des Kindes.

Eingewöhnung nach dem Berliner Modell

Behutsam ankommen

Der Beginn in der Tagespflege ist für Kind, Eltern und Tagesmutter eine große Veränderung. Deshalb ist eine behutsame Eingewöhnung besonders wichtig. Je vertrauter dem Kind die neue Umgebung und die Tagesmutter werden, desto sicherer kann es sich lösen und die neue Welt entdecken.

Die Eingewöhnung erfolgt individuell und wird mit den Eltern abgestimmt. Ein Elternteil oder eine vertraute Bezugsperson begleitet das Kind in dieser Zeit. Persönliche Dinge wie Kuscheltier, Schnuller oder ein Fotobuch sind ausdrücklich willkommen.

Phasen der Eingewöhnung
Grundphase: 1. bis 3. Tag Das Kind kommt mit einer Bezugsperson für etwa 1 bis 2 Stunden in die Tagespflege. Die Bezugsperson verhält sich eher passiv, bleibt aber aufmerksam und verfügbar. Das Kind wird nicht gedrängt, sich zu entfernen. Ich nehme vorsichtig Kontakt auf, mache Spielangebote und beobachte das Kind. Pflegeroutinen übernehmen in dieser Phase noch die Eltern.
Erste Trennung: ab dem 4. Tag Nach einer bewussten Verabschiedung verlässt die Bezugsperson kurz den Raum, bleibt aber in der Nähe. Lässt sich das Kind schnell beruhigen, kann die Trennung bis zu 30 Minuten dauern. Ist das Kind stark unruhig oder nicht zu trösten, wird die Trennung nach 2 bis 3 Minuten beendet.
Stabilisierungsphase Bei einem gelungenen Trennungsversuch wird die Trennungszeit ab dem 5. Tag langsam verlängert, sofern es kein Montag ist. Gelingt die Trennung noch nicht, wird die Grundphase fortgesetzt. Ein neuer Trennungsversuch erfolgt frühestens ab dem 7. Tag.
Schlussphase Die Eingewöhnung ist abgeschlossen, wenn das Kind die Tagesmutter als sichere Bezugsperson akzeptiert, sich von ihr beruhigen lässt und die Eltern nicht mehr in der Einrichtung bleiben müssen.

Erste Schlafversuche sollten ebenfalls nicht vor dem 7. Tag stattfinden. Die Dauer der Eingewöhnung richtet sich immer nach den Reaktionen und Bedürfnissen des Kindes.

Ruhe, Schlaf und Entspannung

Erholung gehört zum Wachsen dazu

Kinder brauchen Bewegung, aber ebenso Ruhe und Erholung. Gerade kleine Kinder verarbeiten täglich viele Eindrücke. Feste Ruhe- und Schlafzeiten helfen ihnen, den Tag entspannt zu erleben und neue Kraft zu sammeln.

Die Schlafenszeit ist im Tagesablauf fest eingeplant und orientiert sich zugleich an den individuellen Bedürfnissen der Kinder.

Pädagogische Schwerpunkte meiner Arbeit

Freispiel, Neugier und Entwicklung

Kinder sind von Natur aus neugierig. Sie möchten ihre Umgebung entdecken, verstehen und mitgestalten. Das Freispiel hat in meiner Arbeit einen hohen Stellenwert, denn Kinder lernen besonders gut aus eigenem Antrieb, im eigenen Tempo und im Kontakt mit anderen Kindern.

Ich begleite die Kinder aufmerksam, unterstütze sie bei Bedarf und biete ihnen altersgerechte Lern- und Spielmöglichkeiten an.

Freispiel und Kompetenzentwicklung

Was Kinder im Spiel entwickeln

Ich-Kompetenz Selbstvertrauen, eigene Ideen, Erfolgserlebnisse und Selbstständigkeit.
Soziale Kompetenz Empathie, Rücksichtnahme, Wertschätzung, Konfliktlösung, Verantwortung, Kommunikation und Kooperation.
Sachkompetenz Sinneswahrnehmung, Ausprobieren, Wissenserwerb und Verstehen von Zusammenhängen.
Eigene Entscheidungen Die Kinder dürfen eigene Entscheidungen treffen und werden dabei liebevoll begleitet.
Sprache und Kommunikation

Sprache im Alltag erleben

Die sprachliche Entwicklung begleite ich im Alltag bewusst und spielerisch. Ich benenne Gegenstände, Handlungen, Farben und Situationen klar, zum Beispiel: „Du hast dir das rote Auto aus der Kiste ausgesucht.“

Offene Fragen regen die Kinder zum Sprechen an. Bilderbücher, Vorlesen, Erzählen, Reime und Lieder gehören fest zum Alltag. Die Kinder werden ermutigt, ihre Gedanken, Beobachtungen und Gefühle sprachlich auszudrücken.

Sprache ist ein zentraler Bestandteil meiner pädagogischen Arbeit.

Sinneswahrnehmung

Lernen mit allen Sinnen

Kinder lernen mit allen Sinnen. Deshalb biete ich vielfältige Sinneserfahrungen an:

TastenSand, Wasser, Knete, Wasserperlen, Stoffe, Federn und weitere Materialien.
RiechenZum Beispiel Zimt, Vanille, Zitrone oder Orange.
SchmeckenDie Kinder dürfen verschiedene Lebensmittel probieren.
SehenFarben, Formen, Buntstifte, Papier, Puzzles und andere Materialien.
HörenMusik, Naturgeräusche, Tiergeräusche und Ratespiele mit Geräuschen.
Bewegung, Musik und Mathematik

Spielerisch bewegen, hören, zählen und entdecken

Bewegung und Musik sind wichtige Bestandteile der kindlichen Entwicklung und werden spielerisch in den Alltag integriert.

  • Bewegungslieder und Tänze
  • einfache Tanz- und Rhythmusspiele
  • Musikinstrumente zum Ausprobieren
  • Bewegungsspiele zur Förderung von Motorik und Gleichgewicht
  • Stopptanz und ähnliche Spiele
  • das Hören verschiedener Musikrichtungen wie Klassik, Jazz oder Pop

Auch mathematische Grundlagen werden im Alltag aufgegriffen. Ich zähle mit den Kindern, sortiere Farben und Formen, arbeite mit Bausteinen und verbinde Zahlen mit Liedern, Reimen und Gedichten.